Moin, liebe Bürgerinnen und Bürger,

die mögliche Errichtung eines Zentralkrankenhauses für die Stadt Emden und den Landkreis Aurich sorgen bei den Menschen für Diskussion. Viele befürchten, dass die medizinische Versorgung sich verschlechtert, weil die Wege zu lang sind. Andere kritisieren, dass zur Lebensqualität einer Stadt auch ein gut funktionierendes Krankenhaus gehört. Es werden daher vermehrt Stimmen laut, die sich gegen ein Zentralkrankenhaus aussprechen. Das ist vor dem Hintergrund verständlich, dass die meisten Bürgerinnen und Bürger die Hintergründe, die zu den Planungen geführt haben, nicht kennen – und natürlich nicht kennen können.

Uns ist es sehr wichtig, hier aufzuklären und größtmögliche Transparenz zu schaffen. Wir fassen daher auf den nachfolgenden Seiten die wichtigsten Informationen rund um die bisherigen Planungen zusammen.

Die Thematik ist sehr komplex und manchmal auch kompliziert. Wir haben versucht, alle Fragen möglichst verständlich zu beantworten. Wir hoffen dadurch, Ihnen die Unsicherheit zu nehmen und Sie mitzunehmen auf den Weg in eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige Patientenversorgung.

alle Mitarbeiter

Was bisher geschah

September 2013

In einem gemeinsamen Workshop mit dem Aufsichtsrat der Klinikum Emden gGmbH stellt das Krankenhausdirektorium (Geschäftsführer Ulrich Pomberg, damaliger Ärztlicher Direktor Dr. Christoph Schöttes und Pflegedirektor Oliver Bungenstock) erstmals die Idee eines Zentralkrankenhauses vor. Entwickelt wurde diese primär aufgrund medizinischer Fakten: Der sich verschärfende Ärztemangel, der zunehmende demographische Wandel, die zunehmende Spezialisierung der medizinischen Fachdisziplinen und die fortschreitende Verlagerung vom stationären in den ambulanten Bereich mit der Folge der weiteren Schrumpfung kleinerer Fachabteilungen werden in absehbarer Zeit dazu führen, dass die bisher gute und umfassende medizinische Versorgung der Bevölkerung in kleineren Krankenhäusern nicht mehr sichergestellt werden kann.

Außerdem wird verdeutlicht, dass in den nächsten fünf bis acht Jahren zweistellige Millionenbeträge investiert werden müssten, um notwendige Modernisierungen in Lüftungs- und Klimatechnik und Elektroinstallation vorzunehmen. Darüber hinaus wären bauliche Maßnahmen für Umstrukturierungen und Erweiterungen erforderlich, um die Kapazitäten an den wachsenden Versorgungsbedarf anzupassen. Auch hierfür müssten mehrere dutzend Millionen Euro ausgegeben werden. Nur ein Teil dieser Kosten würde über eine Investitionsförderung durch das Land Niedersachsen finanziert, da Maßnahmen in der vorhandenen Bausubstanz vornehmlich Erhaltungsaufwand darstellen und damit über die laufenden Einnahmen finanziert werden müssten. Diese reichen aber seit langem nicht einmal aus, um die üblichen Betriebsaufwendungen zu decken. Auch wenn das bestehende Krankenhausgebäude komplett modernisiert und erweitert werden würde, blieben die vorhandenen baulich-strukturellen Unzugänglichkeiten erhalten und damit die Gründe für überproportional hohe Vorhalte- und Unterhaltungskosten.

Aufgrund der eindeutigen Problematik und Zukunftsprognose votiert der Aufsichtsrat einstimmig für die zukunftsweisende Idee eines neuen Krankenhauses an zentraler Stelle. Gespräche mit dem Aufsichtsrat der Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH und dem Landkreis Aurich als Gesellschafter werden aufgenommen.

Oktober 2013

Bei einem gemeinsamen Treffen auf Einladung von Oberbürgermeister Bernd Bornemann und Landrat Harm-Uwe Weber vereinbaren die Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung (Fraktionsvorsitzende, Klinik-Geschäftsführer und Betriebsratsvorsitzende), die Machbarkeit einer Zusammenführung der Kliniken in Emden, Aurich und Norden zu prüfen. Als zentraler Ort zwischen den bisherigen Krankenhausstandorten böte sich Georgsheil in der Gemeinde Südbrookmerland an. Als mögliche Alternative soll die Fusionierung der beiden Krankenhausgesellschaften unter Aufrechterhaltung der drei bisherigen Standorte untersucht werden. Unabhängig von den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie sollen schon jetzt nach Möglichkeiten gesucht werden, die Kooperation zwischen beiden Kliniken zu intensivieren.

Die BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Köln/Bremen) erhält den Auftrag zur Ausarbeitung der Machbarkeitsstudie.

Mai 2014

Im niedersächsischen Sozialministerium findet ein Gespräch statt, an dem neben dem zuständigen Staatssekretär, dem für die Krankenhausplanung zuständigen Referatsleiter und einem Vertreter der niedersächsischen Krankenhausgesellschaft die Aufsichtsratsvorsitzenden und die Geschäftsführer des Klinikums Emden und der UEK Aurich/Norden teilnehmen. Die Gesprächspartner aus Hannover zeigen sich grundsätzlich aufgeschlossen für die Konkretisierung eines Zentralkrankenhauses in Ostfriesland.

Juli 2014

Carsten Schäfer (BDO) stellt die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie Stufe I im Rat der Stadt Emden, im Kreistag Aurich, im Rat der Stadt Aurich und im Rat der Stadt Norden vor.

In der gut 60-seitigen Untersuchung haben die Gutachter in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachleuten aus den Krankenhäusern und unter Beteiligung der Betriebsräte die beiden Szenarien einer Krankenhausfusion bei Erhalt aller drei Standorte sowie den Neubau eines Zentralkrankenhauses gegenübergestellt und deren jeweilige Erfolgsaussichten – bezogen auf das Medizinkonzept, die Wirtschaftlichkeit, die erforderlichen Investitionen und die Versorgungssituation – anhand einer umfangreichen Datenmenge verglichen.

Das Ergebnis ist eindeutig: In einer Zentralklinik kann nach Auffassung der Gutachter ein innovatives Medizinkonzept mit neuen Schwerpunkten und Zentren realisiert werden, mit dem das Krankenhaus fit für die Zukunft und attraktiv für Fachkräfte ist. Auch mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit sieht die BDO deutliche Vorteile eines gemeinsamen Neubaus. So seien erhebliche Einsparpotentiale durch die Optimierung des Kerngeschäfts und die Schaffung neuer Strukturen möglich. Eine wesentliche Voraussetzung sei allerdings eine adäquate Förderung durch das Land.

Ergebnisse der Machbarkeitsstudie

Juli 2014

Die Betriebsräte der UEK Aurich/Norden und des Klinikums Emden erklären im Rahmen eines Pressegesprächs, dass sie hinter dem Projekt „Zentralklinik“ stehen. Sie sprechen sich dafür aus, die zweite Stufe der Machbarkeitsstudie einzuleiten, um die Umsetzbarkeit eines Zentralkrankenhauses weiter zu prüfen. Die Betriebsratsvorsitzenden Gaby Goldenstein (Aurich/Norden) und Dietmar Bretzler (Emden) äußern die feste Überzeugung, dass die langfristige Sicherung der Arbeitsplätze nur auf dem Wege eines Krankenhausneubaus an zentraler Stelle zwischen den Städten Emden, Aurich und Norden möglich ist. Gemeinsam mit ihrem Berater Helmut Klöpping und dem Gewerkschafter Natale Fontana (Verdi) lautet ihre Botschaft: Niemand findet den Gedanken, das Krankenhaus in der eigenen Stadt zu verlieren, gut. Wenn aber alles so läuft wie bisher, wird das unweigerlich zu einer Privatisierung der Krankenhäuser führen – und damit zu betriebsbedingten Kündigungen und Tarifflucht. Die Betriebsräte signalisieren, dass sie bei der weiteren Entwicklung ein Mitspracherecht einfordern werden. Dass mit der Zentralklinik Arbeitsplätze wegfallen, sehen die Betriebsräte als bitter, aber unausweichlich an. Es bleibe aber genug Zeit für sozialverträgliche Personalanpassungen, wird im Rahmen des Pressegesprächs mitgeteilt.

Juli 2014

Die Chefärzte des Klinikums und der UEK machen sich ebenfalls im Rahmen eines Pressegesprächs für das Zentralklinikum stark. „Wir sind für dieses Projekt – und zwar ohne Abstriche“ teilen Dr. Christoph Schöttes, Dr. Hendrik Faust, Prof. Dr. Thomas Büttner (alle Klinikum Emden), Dr. Ralph-Dieter Bredtmann und Dr. Egbert Held (beide UEK Aurich/Norden) mit. Sie betonen die Notwendigkeit des Zentralklinik-Neubaus aus medizinischer Sicht. Die heutigen Krankenhäuser in Emden, Aurich und Norden seien ungeeignet für die Strukturen und Abläufe in der modernen Medizin. Der Trend gehe eindeutig zu größeren Einheiten, in denen spezialisierte Fachkräfte eingesetzt werden. Sie sprechen sich auch dafür aus, frühzeitig „die Kräfte zu bündeln“, um den Patienten in der Region auch künftig eine gute medizinische Versorgung zu bieten. Die Ärzte zeigen Verständnis für die Angst der Menschen, ohne Klinik vor Ort dazustehen. Doch es sei sehr wichtig, zu handeln, bevor es zu spät ist. Bezogen auf die beiden Konzepte in der ersten Stufe der Machbarkeitsstudie formuliert Dr. Schöttes es so: „Was ist wichtiger: Ein gemütlicher Stadtspaziergang zum örtlichen Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung oder die optimale Versorgung in einem Zentralkrankenhaus nach einem Schlaganfall oder Herzinfarkt?“

28. Juli 2014

Der Rat der Stadt Emden und der Kreistag in Aurich sprechen sich dafür aus, die zweite Stufe der Machbarkeitsstufe in Auftrag zu geben. Während sich der Stadtrat in Emden eindeutig für Georgsheil als Standort ausspricht, lässt der Kreistag die Standortfrage offen und beschließt diesbezüglich die Anfertigung eines separaten, von BDO unabhängigen Gutachtens.

In der Stufe II der Machbarkeitsstudie sollen folgende Punkte erarbeitet werden: Leistungs- und prozessbasiertes Raum- und Funktionsprogramm, Grob-Betriebskonzept, Kostenflächenarten-Ermittlung zur Einschätzung der Kosten, Erstellung eines Businessplans mit allen Entwicklungs- und Umsetzungsschritten für spätere Verhandlungen mit kreditgewährenden Banken.

September 2014

Die Geschäftsführer der Klinikum Emden gGmbH und der Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH, Ulrich Pomberg und Jann-Wolfgang de Vries, stellen einen gemeinsamen Orientierungsantrag für das neue Zentralklinikum an das Sozialministerium in Hannover.

Oktober 2014

Dr. Friehelm Bartels (Bartels Consulting, Coesfeld) stellt die Ergebnisse des vom Landkreis Aurich in Auftrag gegebenen Standortgutachtens für ein Zentralkrankenhaus vor. Er hatte drei Alternativen für den Standort der geplanten Zentralklinik untersucht: Aurich, Georgsheil und die Gemeinde Ihlow. Untersucht wurden neben der Erreichbarkeit auch die Akzeptanz eines Standortes sowie der Wettbewerb mit umliegenden Kliniken. Das Ergebnis: Georgheil hat laut Gutachter in allen Punkten die Nase vorn.

Dezember 2014

Der an das Sozialministerium gerichtete Orientierungsantrag wird im Planungsausschuss des Sozialministeriums thematisiert. Er ist ein wichtiges Vorbereitungsgremium für Entscheidungen zur zukünftigen Krankenhausstruktur in Niedersachsen. Es wird – wie erwartet – zwar noch keine Entscheidung getroffen, aber immerhin wird ein positives Signal gegeben. Die Zusammenlegung der bisherigen drei Krankenhausstandorte wird als gute Option bewertet. Deshalb sollen die Gespräche mit dem Ministerium fortgeführt werden.

Januar/Februar 2015

Es finden zwei Termine unter Beteiligung der beiden Krankenhaus-Geschäftsführer und den BDO-Beratern in Hannover statt. Dabei wird unter anderem ein möglicher Zeitplan für die weitere Entscheidungsfindung abgestimmt und eine Übereinkunft zur möglichen Fachabteilungs- und Planbettenstruktur in einem Zentralkrankenhaus erzielt. Im zweiten Quartal 2015 soll von der noch zu gründenden Trägergesellschaft ein Antrag zur Aufnahme des geplanten Zentralklinikums in den Krankenhausplan sowie ein Investitionsförderantrag für den dann anstehenden Krankenhausneubau gestellt werden.

März 2015

Nach vier Verhandlungsrunden einigen sich der Emder Oberbürgermeister, der Auricher Landrat sowie die beiden Geschäftsführer des Klinikums Emden und der UEK Aurich/Norden mit den Vertretern der Betriebsräte auf eine Absichtsvereinbarung („Letter of Intent“) zur Regelung der arbeits- und sozialrechtlichen Rahmenbedingungen im Hinblick auf die perspektivische Zusammenführung der beiden Krankenhausgesellschaften. Diese enthält Regelungen für soziale Fragen im Zusammenhang mit der vollständigen Zusammenführung der beiden bisherigen Krankenhausgesellschaften in die neue Krankenhausgesellschaft. Hierzu gehören vor allem die Tarifbindung der Muttergesellschaft und die Aufnahme von Tarifverhandlungen für die Tochtergesellschaften sowie die Mitbestimmung der Betriebsräte in Bezug auf Personalveränderungen.

12. März 2015

Der Rat der Stadt Emden stimmt der Gründung einer gemeinsamen Trägergesellschaft mit dem Landkreis Aurich zu. Unternehmensgegenstand der „Trägergesellschaft Zentralklinikum Aurich-Emden-Norden mbH“ ist die Planung des gemeinsamen Krankenhauses. Auch soll die GmbH die Finanzierung des Vorhabens sicherstellen und Anträge auf Förderung beim Land Niedersachsen stellen. Außerdem stimmt der Rat der Absichtsvereinbarung zu.

18. März 2015

Auch der Kreistag in Aurich stimmt für die Gründung der Trägergesellschaft und den Abschluss der Absichtsvereinbarung.

8. Mai 2015

Gründung der Projektgesellschaft Zentralklinikum Aurich-Emden-Norden mbH als Gemeinschaftsunternehmen des Landkreises Aurich und der Stadt Emden mit jeweils 50 Prozent Gesellschaftsanteilen. Landrat Harm-Uwe Weber und Oberbürgermeister Bernd Bornemann als Vertreter der Gesellschafter bestellen Ulrich Pomberg zum Geschäftsführer.

26. Mai 2015

Die Projektgesellschaft Zentralklinikum Aurich-Emden-Norden mbH i. G. stellt einen Antrag auf Aufnahme des geplanten Zentralklinikums in den Niedersächsischen Krankenhausplan sowie einen Antrag auf Investitionsförderung für den Bau des Zentralklinikums an das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

23. Juni 2015

Regionalgespräch zur Krankenhausstruktur für den Landkreis Aurich und die Stadt Emden auf Einladung von Staatssekretär Jörg Röhmann, Landrat Harm-Uwe Weber und Oberbürgermeister Bernd Bornemann. Einbezogen werden unter anderem die Landtagsabgeordneten, die Bürgermeister der Krankenhausstandorte, die Vertreter der drei Krankenhäuser und die Betriebsratsvorsitzenden sowie Vertreter der Gesetzlichen Krankenversicherung, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Ärztekammer und der Krankenhausgesellschaft. Auch drei Vertreter des Aktionsbündnisses für den Erhalt der drei Krankenhausstandorte wurden eingeladen.

8. Juli 2015

Sitzung des Planungsausschusses als Beratungsgremium des Sozialministeriums. Dem Planungsausschuss gehören Vertreter der Kommunalen Spitzenverbände, der Verbände der gesetzlichen Krankenkassen, dem Landesausschuss des Verbandes der privaten Krankenversicherung und der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft an. Die Anträge der Trägergesellschaft stehen auf der Tagesordnung des Gremiums. Es wird ein wichtiges Signal zur Konkretisierung der Gespräche mit dem Sozialministerium zur Prüfung der Bewilligung von Investitionsfördermitteln zum Bau eines Zentralklinikums abgegeben.

2. September 2015

Der Arbeitskreis „Soziales“ der SPD- und Grünen-Fraktion im Niedersächsischen Landtag besucht im Rahmen einer Klausurtagung das Klinikum Emden. Gesundheitsministerin Cornelia Rundt nahm dabei erneut Stellung zum geplanten gemeinsamen Krankenhaus und wertete das Vorhaben als eine „hochinteressante musterhafte Variante“. Nach ihrer Auffassung sind die finanziellen Rahmenbedingungen für die Umsetzung des Projekts sehr günstig. So gebe es Planungen für ein Ein-Milliarden-Euro-Programm zur Förderung von Umstrukturierungen im Krankenhausbereich. Das Land Niedersachsen habe Aussicht auf fast 100 Millionen Euro.

7. März 2016

Die Aufsichtsräte des Klinikums Emden und der UEK tagen erstmals gemeinsam in Georgsheil. In diesem Rahmen erfolgt die gute Nachricht: Das Land Niedersachsen hat das Projekt in den Krankenhausplan aufgenommen. Das bedeutet: Das Land wird den Bau finanziell unterstützen. Es wird davon ausgegangen, dass mindestens 180 Millionen Euro des 250 Millionen Euro teuren Hauses von Landesseite finanziert werden.

13. April 2016

Die Gesellschafterversammlung der Trägergesellschaft Zentralklinikum Aurich‐Emden‐Norden bestellt mit Wirkung zum 1. Mai 2016 Claus Eppmann (56) zum Sprecher der Geschäftsführung der Trägergesellschaft für das geplante gemeinsame Zentralklinikum in Georgsheil.

Wie geht es weiter?

Ein wichtiger Entwicklungsschritt ist die angelaufene Durchführung des Raumordnungsverfahrens für die Ortschaft Georgsheil (Gemeinde Südbrookmerland) und die Eingrenzung von geeigneten Grundstücken für das geplante Zentralklinikum. Sobald feststeht, wo der Neubau errichtet werden soll, erfolgt ein Architektenwettbewerb für das Großprojekt. Zwischenzeitlich wird das Raum- und Funktionsprogramm mit den Krankenhausbauexperten im Niedersächsischen Sozialministerium abgestimmt.

Der Krankenhaus-Planungsausschuss in Hannover wird sich nach der grundlegenden Freigabe zur Konkretisierung im laufenden Jahr nicht mehr mit dem Zentralklinikum-Projekt beschäftigen. In den Krankenhäusern sind die Arbeiten an dem Businessplan angelaufen, der eine Grundbedingung für die anstehenden Gespräche mit in Frage kommenden Banken zur Finanzierung des unvermeidlichen Eigenanteils darstellt. Wegen der darin enthaltenen Daten und Bedingungen für den erwarteten Geschäftsverlauf bis zur Realisierung des Zentralklinikums und darüber hinaus wird dabei auch der mit dem Betriebsrat abgeschlossene Letter of Intent aktiviert.

Fragen & Antworten

1.Warum wollen alle Beteiligten das gemeinsame Zentralklinikum?

Die Idee eines zentralen Klinikums für die Stadt Emden und den Landkreis Aurich wurde in erster Linie aus medizinischer Sicht entwickelt. Aufgrund der demographischen Entwicklung und auch der Entwicklung in der Medizin ist eine medizinische Versorgung der Bevölkerung auf hohem Niveau und wohnortnah nur durch eine Zusammenlegung der drei Krankenhäuser an einem Standort möglich. Nur so können auch kleinere Abteilungen weiter erhalten bleiben. Und nur so sind auch neue Spezialabteilungen (z.B. Gefäßchirurgie und Kardiologie) und eine Zentrenbildung (z.B. Darmzentrum und Brustzentrum) möglich. Gleichzeitig geht es natürlich auch um das nötige Geld. Die in jeder Hinsicht wesentlich größere Effizienz und das erweiterte medizinische und pflegerische Angebot des Zentralklinikums senken die Kosten und bieten verbesserte Einnahmemöglichkeiten. Das entlastet nicht nur den Landkreis Aurich und die Stadt Emden. Das ermöglicht überhaupt erst eine langfristig gute Gesundheitsversorgung der Menschen in unserer Region.

2.Welche Alternativen zum Bau eines gemeinsamen Zentralklinikums wurden geprüft?

In der Machbarkeitsstudie wurden die zwei realistischen Szenarien im Detail geprüft: Die Fusionierung der beiden Krankenhausgesellschaften unter Beibehaltung der drei bisherigen Standorte. Und die Zusammenführung der drei Kliniken in einem zentral zwischen den Städten Aurich, Emden und Norden gelegenen Neubau. Dabei hat sich klar herausgestellt, dass nur ein gemeinsames Zentralklinikum die notwendigen medizinischen, pflegerischen und wirtschaftlichen Zukunftsvoraussetzungen erfüllen kann.

3.Warum bietet das gemeinsame Zentralklinikum bessere Voraussetzungen für die zukünftige medizinische Versorgung?

Durch die Zusammenlegung der drei Krankenhäuser in Aurich, Emden und Norden an einem zentralen Standort erhalten auch die kleineren Abteilungen eine Größe, mit der sie erfolgreich weiter betrieben werden können. Wegen gesundheitspolitischer Vorgaben müssen beispielsweise die chirurgischen Kliniken der Zukunft fachliche Schwerpunkte herausbilden. Das ist nur mit einer ausreichend großen Patienten- und Bettenzahl realisierbar. Die Zusammenlegung der drei Krankenhäuser zum gemeinsamen Zentralklinikum ermöglicht dann Zahlen, die groß genug sind, um eigenständige Zentren wie Gefäßchirurgie und Thoraxchirurgie zu schaffen. Das gleiche gilt für die Innere Medizin insbesondere mit den Schwerpunkten Gastroenterologie (Magen- und Darmerkrankungen), Kardiologie (Herzerkrankungen) und Pneumologie (Lungenerkrankungen). Dadurch wird also eine erhebliche Verbesserung der medizinischen Versorgung in unserer Region erreicht.

Wir können gar nicht gleichwertig auswählen zwischen einer guten medizinischen Versorgung mit drei Häusern in Emden, Aurich und Norden und einem gemeinsamen Zentralklinikum in Georgsheil. Die Entscheidung für eine langfristig gute und umfassende medizinische Versorgung kann hier vor Ort nur zugunsten des Zentralklinikums getroffen werden. Sonst müssen Patienten noch zahlreicher unsere Region verlassen, um entsprechend versorgt zu werden. Damit ist das gemeinsame Zentralklinikum in Georgsheil für die Menschen in unserer Region mit weitem Abstand die beste Lösung.

4.Was bedeutet die Konzentration auf das gemeinsame Zentralklinikum für die Notfallversorgung?

Die anerkannt hohe Qualität der Notfallversorgung wird nicht verändert. Die Rettungsdienste und Notärzte bleiben an den bisherigen Standorten. Voraussichtlich kommt sogar noch ein zusätzlicher Stützpunkt am Zentralklinikum hinzu. Ambulante Notfälle werden weiterhin von den kassenärztlichen Bereitschaftspraxen in Aurich, Emden und Norden versorgt. Und auch im Zentralklinikum wird es eine Notfallambulanz geben.

Die allgemeine ambulante Versorgung wird weiterhin von den niedergelassenen Ärzten in den Städten und Gemeinden gewährleistet. Auch die von den bestehenden Krankenhäusern betriebenen Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) in Aurich, Emden und Norden werden nicht mit nach Georgsheil umziehen, sondern an ihren Standorten bleiben.

5.Was bedeutet die Konzentration auf das gemeinsame Zentralklinikum für die Versorgung von Schlaganfall- oder Herzinfarktpatienten?

Die qualifizierte Notfallbehandlung beginnt nicht erst im Krankenhaus, sondern mit dem Eintreffen des Rettungsdienstes. Und über 2.000 Patienten pro Jahr müssen derzeit noch in entsprechend spezialisierte und ausgestattete Krankenhäuser außerhalb des Landkreises Aurich oder der Stadt Emden gebracht werden. Dagegen ist das Zentralklinikum für schwersterkrankte und -verletzte Patienten die am besten erreichbare Anlaufstelle. Beispielsweise bei einem schweren Herzinfarkt muss man heute noch nach Leer oder Westerstede verlegt werden, weil keines unserer Krankenhäuser ein Herzkatheterlabor hat.

Selbst wenn Aurich bald über eine derartige Einrichtung verfügt, müssen nach wie vor die Patienten aus Emden nach Leer oder Aurich und die Patienten aus Norden nach Aurich. Und Patienten aus Norden oder Aurich mit einem schweren Schlaganfall müssen nach Emden. Zukünftig können alle diese Notfälle im zentral gelegenen Georgsheil behandelt werden. Damit verkürzt sich der durchschnittliche Weg für die Allermeisten deutlich. Das Gleiche gilt für schwere Unfallverletzungen, die in einem regionalen Traumazentrum behandelt werden müssen.

6.Was bedeutet das gemeinsame Zentralklinikum für das ambulante OP-Zentrum und die Medizinischen Versorgungszentren?

Die Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und die Ärztehäuser mit den weiteren Arztpraxen bleiben an den bisherigen Krankenhausstandorten, um das bewährte ambulante Versorgungsangebot zu erhalten. Auch die Ambulanten OP-Zentren werden weiterhin vor Ort betrieben, wenn ein wirtschaftlicher Betrieb mit entsprechender Einsatzplanung für Ärzte und Unterstützungspersonal möglich ist. Daneben ist deren Nutzung durch niedergelassene Ärzte vorgesehen. Und für besondere ärztliche Leistungen, die nicht durch die MVZ und die örtlichen Praxen erbracht werden können, wird es ergänzende ambulante Angebote im Zentralklinikum geben.

7.Welche Vorteile hat das gemeinsame Zentralklinikum bei teuren Investitionen für Medizintechnik?

Durch die Bündelung von medizinisch-technischen Geräten und Einrichtungen an einem Standort ist es nicht mehr nötig, teure Medizintechnik doppelt oder dreifach vorzuhalten. Das erlaubt neben den geringeren Kosten gleichzeitig eine bessere und damit wirtschaftlichere Auslastung. Gleichzeitig werden im Gegensatz zur heutigen Situation keine teuren Verlegungen in andere Krankenhäuser mehr nötig, wenn ein Patient eine zusätzliche Behandlung braucht, die hier bisher nicht angeboten werden kann.

8.Was wird aus dem bisherigen Angebot der Psychiatrischen Tageskliniken?

Trotz einer stärkeren Verlagerung vom stationären in den teilstationären Bereich wird sich die Gesamtbettenzahl der bisherigen Psychiatrischen Kliniken nur unwesentlich verändern. Die stationären Einheiten für Psychiatrie und Psychosomatik und die bisherigen Tageskliniken in Emden und Norden bleiben erhalten und mit Institutsambulanzen gekoppelt. Zusätzlich wird es in Aurich und Leer neue tagesklinische und ambulante Angebote geben.

9.Wie hilft das gemeinsame Zentralklinikum gegen den drohenden Ärztemangel?

Um neue Ärzte nach Ostfriesland holen zu können, brauchen wir attraktive Krankenhäuser. Die einzelnen Klinken müssen beispielsweise die volle Weiterbildungsberechtigung haben, und die ist von der Größe abhängig. Während die jetzigen Krankenhäuser diese volle Weiterbildungsberechtigung in vielen Bereichen nicht haben, wird sie das Zentralklinikum aber bekommen. Ein weiterer, gerade für junge Ärzte wichtiger Punkt ist die Familienfreundlichkeit des Krankenhauses. Also flexible Arbeitszeiten und geregelte Kinderbetreuung. Auch das kann ein größeres Klinikum wesentlich leichter anbieten als unsere drei kleineren Häuser.

10.Welches zusätzliche medizinische Leistungsspektrum wird das gemeinsame Zentralklinikum bieten?

Die zukünftigen Fachbereiche werden gemeinsam mit dem Land Niedersachsen festgelegt. Diese werden ergänzt um Schwerpunkte wie beispielsweise Gefäß-, Thorax- und Wirbelsäulenchirurgie sowie Kardiologie mit Katheterlabor. Auch ein Darmzentrum und ein Brustzentrum wird es voraussichtlich geben.

11.Welche Vorteile bietet das gemeinsame Zentralklinikum für die Pflege?

Die Pflegekräfte entwickeln für das Zentralklinikum ein neues, gemeinschaftliches Pflegekonzept, das den Herausforderungen der Zukunft Rechnung trägt. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die besonderen Pflegebedürfnisse einer immer älter werdenden Gesellschaft gelegt. Gleichzeitig erleichtert ein an moderne Erkenntnisse angepasstes Raumkonzept die Arbeit, was letztlich den Patienten zugute kommt.

12.Warum ist das gemeinsame Zentralklinikum gut zu erreichen?

Zentral in der Mitte zwischen den Städten Aurich, Emden und Norden gelegen, bietet Georgsheil die idealen Voraussetzungen für eine gute Erreichbarkeit des gemeinsamen Zentralklinikums. Denn hier treffen sternförmig zwei Bundesstraßen zusammen. Damit ist kein Straßenneubau nötig. Und aus den Städten erreicht man das Zentralklinikum mit dem Auto in 15 bis 20 Minuten. Außerdem wird eine gute Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr sichergestellt. Busverbindungen werden entsprechend ausgebaut, so dass eine gute Erreichbarkeit auch für ältere Mitbewohner aus den Städten und der Region sichergestellt ist.

13.Wie viele Betten wird das gemeinsame Zentralklinikum haben?

Die neue Bettenzahl steht noch nicht endgültig fest. Sie wird aber mit Sicherheit geringer als bisher sein, da die derzeit noch notwendige dreifache Vorhaltung in einigen Bereichen der drei Kliniken dann nicht mehr nötig ist.

14.Wieso ist ein neues gemeinsames Zentralklinikum günstiger als der Erhalt der drei Kliniken?

Der Bau eines gemeinsamen Zentralklinikums ist aus mehreren Gründen wesentlich wirtschaftlicher als der Erhalt der drei bisherigen Häuser. Denn dabei geht es nicht nur um die Herstellungskosten für einen Neubau oder die Sanierung der vorhandenen Gebäude. Wesentlich wichtiger sind die laufenden Kosten des Krankenhausbetriebes. Im neuen gemeinsamen Zentralklinikum können wir die Abteilungsgrößen und die Gebäude so gestalten, dass sich die Arbeitsprozesse wesentlich verbessern und damit die laufenden Kosten deutlich verringert werden. Nur so können wir auch die Überschüsse erwirtschaften, um Investitionen zu tätigen, die nicht vom Land bezahlt werden.

Bisher sind unsere Krankenhäuser auf die finanzielle Unterstützung aus Steuermitteln des Landkreises Aurich und der Stadt Emden angewiesen. Und in den nächsten fünf bis acht Jahren müssten wir weitere zweistellige Millionenbeträge für notwendige Modernisierungen investieren, die nicht durch entsprechende Einnahmen der Kliniken gedeckt sind. Selbst mit einer kompletten Modernisierung und Erweiterung der bestehenden Krankenhausgebäude könnte dabei die für eine moderne Medizin und Pflege untaugliche Gebäudestruktur nicht geändert werden.

15.Braucht das gemeinsame Zentralklinikum weniger Personal?

Wegen seiner modernen Strukturen, der dadurch ermöglichten effizienten Abläufe und durch den Abbau bisher notwendiger Mehrfachvorhaltungen benötigt das Zentralklinikum weniger Mitarbeiter als die drei derzeitigen Krankenhäuser. Der genaue Personalbedarf wird derzeit in der zweiten Stufe der Machbarkeitsstudie ermittelt. Der Zielwert soll durch Befristungen, Vorruhestandsregelungen und natürliche Fluktuation erreicht werden. Damit können Kündigungen vermieden werden. Durch eine entsprechende Vereinbarung mit den Arbeitnehmervertretern ist gewährleistet, dass dieser Übergang geplant und sozial verträglich erfolgt.

16.Brauchen unsere Städte eigene Krankenhäuser?

Die Menschen in Ostfriesland benötigen eine hochqualifizierte medizinische und pflegerische Versorgung, die für sie auch gut erreichbar ist. Die bisherigen Krankenhäuser in Aurich, Emden und Norden leisten zwar auch heute eine gute Medizin und Pflege, aber deren Weiterführung mit hohen Verlusten auch nach allen möglichen Optimierungen ist auf Dauer nicht realisierbar. Das bedeutet früher oder später die ersatzlose Schließung von Fachabteilungen, vielleicht müsste sogar ein ganzer Standort aufgegeben werden. Außerdem braucht man immer dringender attraktive Arbeitsplätze für qualifiziertes Personal. Die können wir nur mit einem umfassenden medizinischen Leistungsspektrum in einem gemeinsamen Zentralklinikum bieten.

17.Warum bietet der Bau des gemeinsamen Zentralklinikums Schutz vor einer möglichen Privatisierung?

Wir setzen uns für das Zentralklinikum nicht nur ein, um die Menschen in der Region im Krankheitsfall besser und umfassender hier zu versorgen, sondern auch, um die kommunale Trägerschaft zu sichern. Denn gerade dann, wenn wir die Augen vor den Herausforderungen der medizinischen und pflegerischen Zukunft und den immer bedrohlicher werdenden wirtschaftlichen Zwängen verschließen und nicht handeln, bleibt nur die Privatisierung.

18.Was würde denn ein privater Träger mit den jetzigen Standorten machen?

Auch für einen privaten Träger, der natürlich den gleichen Rahmenbedingungen unterliegt wie wir, wäre ein Zentralklinikum sicherlich die beste Option. Sollte ihm ein Neubau aus politischen Gründen unmöglich sein, würden die Strukturen der bestehenden Krankenhäuser unter rein wirtschaftlichen Aspekten angepasst. Stationen, die sich in den kleinen Kliniken nicht rechnen, würden geschlossen, das medizinische Angebot damit deutlich verringert.

Außerdem würden bei einem privaten Träger die für Krankenhausmitarbeiter jetzt gültigen Tarife nicht mehr gelten. Ein deutlicher Personalabbau oder der Einsatz von weniger qualifiziertem Personal zur Kostenminimierung wäre höchstwahrscheinlich. Und die so vermehrten Gewinne würden kaum in das Krankenhaus vor Ort zurück investiert, weil sie zu wesentlichen Teilen an die Gesellschafter ausgeschüttet werden müssten.

19.Wie ist die Finanzierung des gemeinsamen Zentralklinikums geplant?

Eine Voraussetzung für den Bau unseres gemeinsamen Zentralklinikums ist die ausreichende finanzielle Unterstützung durch das Land Niedersachsen. Die zusätzlich notwendigen Eigenmittel werden durch aufzunehmende Kredite finanziert. Deren Abzahlung wird durch Überschüsse aus dem Krankenhausbetrieb gewährleistet. Diese Gewinne werden durch das Zentralklinikum überhaupt erst möglich. Damit sind auch die bisherigen finanziellen Zuschüsse durch den Landkreis Aurich und die Stadt Emden nicht mehr nötig.

20.Wie wird sichergestellt, dass die geplanten Baukosten auch eingehalten werden?

Bei großen Bauprojekten wird oft nur das bekannt gemacht, was schlecht läuft oder schiefgeht. Die meisten neuen Krankenhäuser werden aber zu den veranschlagten Kosten gebaut, weil sie gewissenhaft geplant und die Planungen sorgfältig umgesetzt wurden. Zur gewissenhaften und sorgfältigen Vorbereitung gehört bei unserem gemeinsamen Zentralklinikum schon die Machbarkeitsstudie, da sie gemeinsam mit erfahrenen Experten aus unseren Krankenhäusern erstellt wird. Und genauso werden alle Beteiligten weiter vorgehen. Das garantieren wir.

21.Von wem soll das gemeinsame Zentralklinikum geführt werden?

Der Landkreis Aurich und die Stadt Emden werden je zur Hälfte an der Trägergesellschaft für das gemeinsame Zentralklinikum beteiligt sein. In der Rechtsform der GmbH wird der Betrieb von der Geschäftsführung geleitet. Daneben wird es wie in jedem deutschen Krankenhaus ein Direktorium geben, das die drei Säulen Medizin, Pflege und Betriebswirtschaft vertritt.

22.Gibt es ein Nachnutzungskonzept für die Kliniken?

Parallel zu den Planungen der neuen Zentralklinik werden derzeit auch die Konzepte zur Nachnutzung der bestehenden Krankenhausstandorte in Emden, Aurich und Norden entwickelt. Ein Bestandteil dieses Konzeptes werden die Regionalen Gesundheitszentren sein. Derzeit wird gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung – der Interessenvertretung der niedergelassenen Ärzte – u.a. an einer Lösung gearbeitet, die die Rund-um-die-Uhr-Versorgung an 7-Tagen/Woche sicherstellt. Darüber hinaus wird es zukünftig 32 Tagesklinikplätze der Psychiatrischen Abteilung an den Standorten Aurich, Emden und Norden geben. Die heute bestehenden Arzt- und therapeutischen Praxen, die Praxen in den Medizinischen Versorgungszentren, die Altenhilfeeinrichtungen, die Rettungsdienste mit ihren Notärzten – sie alle werden Platz in den bisherigen Standorten benötigen. Für weiter frei werdende Flächen gibt es Nachnutzungsideen, die in die laufenden Gesamtplanungen berücksichtigt werden. Eine Idee ist beispielsweise, dass sowohl die Stadt Emden als auch der Landkreis Aurich zukünftig Räumlichkeit nutzen und dafür bislang angemietete Flächen aufgeben.

23.Auf welcher Grundlage ist die Machbarkeitsstudie entstanden?

Die erste Stufe der Machbarkeitsstudie wurde von den externen Beratern der BDO in engster Zusammenarbeit mit den Fachexperten aus den Krankenhäusern erstellt. Die Ärztlichen Direktoren, die Pflegedirektoren, die Geschäftsführer und die Betriebsratsvorsitzenden sowie eine Vielzahl von Mitarbeitern aus allen Standorten waren intensiv an den Arbeiten beteiligt. Die Zahlen, auf deren Grundlage die Studie erstellt wurde, stammen von den Experten aus den Krankenhäusern. Diese Vorgehensweise gilt auch für die laufende zweite Stufe der Machbarkeitsstudie.

24.Wer hat die Machbarkeitsstudie für das gemeinsame Zentralklinikum in Auftrag gegeben und wer trägt die Kosten dafür?

Die Studie wurde gemeinsam von beiden Krankenhäusern, also der Ubbo-Emmius-Klinik und dem Klinikum Emden, in Auftrag gegeben. Beide tragen jeweils die Hälfte der anfallenden Kosten.

25.Warum gibt es Krankenhäuser, die keine Verluste machen?

Trotz aller Bemühungen schreibt mehr als die Hälfte der deutschen Krankenhäuser Verluste. In Niedersachsen schaffen es sogar zwei Drittel der Krankenhäuser nicht, die für Investitionen notwendigen Gewinne zu erwirtschaften. Dass es dennoch Krankenhäuser gibt, denen es wirtschaftlich besser geht, liegt an den unterschiedlichen Ausgangs- und Rahmenbedingungen der einzelnen Häuser. Nicht nur die medizinischen Angebote unterscheiden sich erheblich voneinander. Auch die daraus folgenden Patientenstrukturen, die Einzugsgebiete der Patienten, das Alter und die Struktur der Gebäude sowie sonstige Rahmenbedingungen wie beispielsweise finanzielle Förderungen oder weit in der Vergangenheit erfolgte Weichenstellungen beeinflussen die Möglichkeiten zum wirtschaftlichen Betrieb erheblich.

26.Was hat das Klinikum Emden unternommen, um Einsparungen und bessere Ergebnisse zu erreichen?

Zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit hat das Klinikum Emden in den vergangenen zehn Jahren umfangreiche Maßnahmen umgesetzt. Beispielsweise wurde mit der KES Klinikum Emden – Service GmbH eine Tochtergesellschaft für patientenferne Dienstleistungen wie Gebäudereinigung, Speisenversorgung, Logistik, Haus- und Betriebstechnik oder Zentralsterilisation geschaffen. Durch die im Einvernehmen mit dem Betriebsrat möglich gewordene marktgerechte Vergütung wurden deutliche Kosteneinsparungen bei neu eingestellten Mitarbeitern erreicht und damit eine Ausgliederung der Dienstleistungsbereiche an Fremdunternehmen verhindert.

Hingegen wurde das Zentrallabor vor mittlerweile über acht Jahren auf einen externen Labordienstleister übertragen. Mit diesem konnte bei vollständiger Übernahme der hochqualifizierten Mitarbeiterinnen eine jährliche Kosteneinsparung von mehr als 200.000 Euro jährlich erreicht werden.

Im medizinischen Bereich des Klinikums wurden das Behandlungsspektrum ausgebaut und Investitionen beispielsweise in den Aufbau des Ambulanten Operationszentrums sowie den Ausbau der Intensivmedizin und der Schlaganfallversorgung getätigt, um neben besserer Medizin auch zusätzliche Einnahmen zu ermöglichen.

Die Pflegefachkräfte wurden über die Einstellung von Stationsassistentinnen von patientenfernen Arbeiten entlastet. Über diese qualifikationsbezogene Trennung von Aufgaben konnten die durchschnittlichen Mitarbeiterkosten in der größten Berufsgruppe gesenkt werden.

Darüber hinaus wird weiterhin alles unternommen, um weitere Möglichkeiten zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit zu identifizieren und zu nutzen – mit internem Expertenwissen und auch mit der Unterstützung durch externes Know-how.

27.Warum erreicht das Klinikum Emden trotzdem keine Deckung der Betriebskosten?

Um trotz aller Maßnahmen zur Kostensenkung und Erlössteigerung eine Deckung der Betriebskosten zu erreichen, bräuchte das Klinikum Emden größere Fachabteilungen und mehr medizinische Schwerpunkte wie beispielsweise eine Gefäßchirurgie oder eine hauptamtlich besetzte Wirbelsäulenchirurgie. Das setzt aber entsprechende Stations- und Operationskapazitäten voraus, die im Klinikum Emden weder vorhanden sind noch durch entsprechende Investitionen in vergleichbarer Weise wie bei einem Neubau geschaffen werden könnten.

Die unzulängliche Gebäudestruktur des Klinikums verursacht einen überproportional hohen Erhaltungsaufwand und teure Energiekosten. Auch die langen und zahlreichen Wege zwischen den einzelnen Gebäudeteilen verhindern weitere kostensenkende Optimierungen von Arbeitsprozessen. Selbst bei einer umfassenden Sanierung des Krankenhauses ließe sich unter Beibehaltung des bisherigen breitgefächerten medizinischen Spektrums mit der Konsequenz von kleinen, unwirtschaftlichen Abteilungen keine Deckung der Betriebskosten durch die laufenden Einnahmen erreichen.

28.Was hat es mit dem Gutachten der Firma Bredehorst auf sich?

Das Beratungsunternehmen Bredehorst, das im Übrigen ebenfalls das gemeinsame Zentralklinikum für die zukunftsfähigste Lösung hält, sollte Maßnahmen entwickeln, mit denen die Ubbo-Emmius-Klinik mit ihren Standorten in Aurich und Norden ihre Wirtschaftlichkeit unter den aktuell gegebenen Voraussetzungen verbessern konnte. Der überwiegende Anteil der Vorschläge aus dem Gutachten zur Reduktion der Verluste und zur wirtschaftlichen Stabilisierung der Klinik bei Sicherstellung der gewohnten Patientenversorgung wurde bzw. wird noch umgesetzt.

  • Optimierung der Beschaffungskosten
  • Reduktion der Laborkosten
  • Optimierung der Dokumentation
  • Reorganisation der Kodierung und der Abteilung für Med. Dokumentation
  • Reorganisation der Zentralen Notaufnahme
  • Optimierung der Prozesse in allen Bereichen
  • Einrichtung einer interdisziplinären Lungenstation
  • Einrichtung einer interdisziplinären Bauchstation
  • Installation eines Hygienebeauftragten Arztes
  • Abbau der Überstunden
  • Abbau der Honorararztkosten
  • Anwerbung von neuen Ärzten in allen Abteilungen
  • Informationsveranstaltung mit Zuweisern
  • Einbindung von Zuweisern in den vorklinischen Ablauf
  • Einbindung der Palliativstation in das Zentrum für Psychiatrie
  • Erweiterung der Akutgeriatrie
  • Reduktion der Fehlbelegung
  • Reorganisation / Vergrößerung der Stationen zur Optimierung der Auslastung
  • Einrichtung einer neuen Wochenstation
  • Einrichtung einer Einheit für Ambulantes Operieren
  • Neuordnung der Personalbesetzung im Ärztlichen Dienst
  • Zertifizierung zum Endoprothesenzentrum
  • Zertifizierung zum Darmzentrum
  • Einrichtung einer Überwachungsstation
  • Angleichung der OP-Organisation an den beiden Standorten
  • Konzeption zur Spezialisierung der Kliniken
    • Konzentration der Tumorchirurgie
    • Stärkung der Endoprothetik
    • Onkologisches Zentrum
    • Zentrum für Altersmedizin
    • Strategie für die Frauenklinik
    • Klinik für Kardiologie mit Kathetermessplatz
  • uvm.

Geforderte und (noch) nicht umgesetzte Maßnahmen:

  • Abschaffung von Doppelstrukturen in Aurich und Norden
    • Gemeinsames OP-Management
    • Sanierung der Baukörper
    • Zentralisierung der Sterilgutversorgungsabteilungen
    • Reduktion der Verpflegungskosten
    • Standortübergreifende intensivmedizinische Versorgung
  • Zertifizierung des Gesamthauses
  • Kooperationen mit Partnerkliniken und weiteren Leistungserbringern

Darüber hinaus gehende Maßnahmen erfordern erhebliche Investitionen und damit entsprechende Fördermittel des Landkreises Aurich und des Landes Niedersachsen. Aufgrund der deutlichen Erfolge im ersten und zweiten Jahr wird die Zusammenarbeit mit den Krankenhausexperten der Firma Bredehorst auch im dritten Jahr fortgesetzt.

29.Warum favorisiert die Ubbo-Emmius-Klinik trotz der weitgehenden Umsetzung des Bredehorst-Gutachtens das Zentralklinikum?

Während die Vorschläge aus dem Bredehorst-Gutachten auf eine mittelfristige Stabilisierung der Ubbo-Emmius-Klinik abzielten, sind darüber hinaus weitere Maßnahmen zum langfristigen Erhalt einer guten Gesundheitsversorgung der Menschen in der Region erforderlich. Vor diesem Hintergrund trat die Stadt Emden mit der Idee eines gemeinsamen Zentralklinikums an den Landkreis Aurich heran. Da dieser Impuls in der frühen Projektphase der Umsetzung des Bredehorst-Gutachtens kam, wurden die gezielt auf die Ubbo-Emmius-Klinik zugeschnittenen Aktivitäten parallel weitergeführt.

Die übergreifende Idee eines Zentralklinikums wurde dann gemeinsam mit den Ärztlichen Direktoren, Pflegedirektoren, Geschäftsführern und Betriebsräten der drei Krankenhäuser in Aurich, Emden und Norden weiterentwickelt. Und die in enger Zusammenarbeit mit unseren Experten aus den Kliniken durchgeführte Machbarkeitsstudie zeigte, dass das gemeinsame Zentralklinikum tatsächlich die beste Lösung für eine gute und zukunftsfähige Gesundheitsversorgung für die Städte Aurich, Emden und Norden sowie die Region ist.

Broschüre und Flyer

Eine Broschüre mit den wichtigsten Fragen & Antworten können Sie hier runterladen.

Einen Flyer finden Sie hier.

Infomobil tourt durch Städte und Gemeinden

Organisiert von den Kliniken Emden, Aurich und Norden ist das Infomobil zum Thema "Zentralklinikum" wieder in der Region unterwegs.

Termine:

  • 27.07.2016 von 08:00 - 12:00 Uhr Wochenmarkt, Südbrookmerland, Marktplatz Moordorf
  • 03.08.2016 von 08:00 - 12:00 Uhr Wochenmarkt Hinte, Marktplatz Hinte
  • 04.08.2016 von 08:00 - 12:00 Uhr Krummhörn, Wochenmarkt Pewsum
  • 06.08.2016 von 08:00 - 12:00 Uhr Wochenmarkt Norden, Marktplatz Stadt Norden (vor dem Glockenturm)
  • 10.08.2016 von 08:00 - 12:00 Uhr Wochenmarkt Hage, Marktplatz Hage
  • 11.08.2016 von 08:00 - 12:00 Uhr Wochenmarkt Marienhafe, Marktplatz Marienhafe
  • 13.08.2016 von 08:00 – 12:00 Uhr Wochenmarkt Emden, Marktplatz Emden
  • 18.08.2016 von 08:00 - 12:00 Uhr Wochenmarkt Großefehn, Marktplatz Ostgroßefehn
  • 19.08.2016 von 08:00 - 12:00 Uhr Wochenmarkt Wiesmoor, Marktplatz Wiesmoor
  • 24.08.2016 von 09:00 - 12:00 Uhr Ihlow, Aldi-Markt Parkplatz Ihlowerfehn
  • 26.08.2016 von 08:00 - 12:00 Uhr Wochenmarkt Aurich, Marktplatz Stadt Aurich
  • 30.08.2016 von 08:00 - 12:00 Uhr Großheide, Parkplatz Edeka Stürenburg

Aktuelles

Leserbrief der Ärztlichen Direktoren Dr. Hendrik Faust (Klinikum Emden) und Dr. Egbert Held (Ubbo-Emmius-Klinik Aurich/Norden) an die regionalen Tageszeitungen: Emder Zeitung, Ostfriesen-Zeitung, Ostfriesische Nachrichten und Ostfriesischer Kurier

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